Lehrer werden zuerst an den Schulen gebraucht, nicht in den Feuerwehren! PDF Drucken E-Mail
Freitag, 06. Juni 2008 um 18:24

Presseberichten zufolge plant Sachsens Innenminister, Albrecht Buttolo (CDU), verstärkt Lehrer für die Freiwilligen Feuerwehren zu gewinnen. Damit soll Personal für die Absicherung der Tageseinsatzbereitschaft gewonnen werden. Hierzu erklärt Torsten Herbst, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:

"Der Vorschlag, mit Lehrern die prekäre personelle Lage der Freiwilligen Feuerwehren zu lösen, ist schlichtweg irrwitzig. Sicher darf sich keine Berufsgruppe generell vom Ehrenamt ausnehmen. Aber die Personallage an sächsischen Schulen ist ähnlich kritisch wie bei den Feuerwehren.

In Anbetracht von 694.966 Stunden Unterrichtsausfall im Schuljahr 2006/07 ist kein einziger Lehrer in Sachsen verzichtbar. Es ist Schülern und Eltern nicht vermittelbar, warum noch mehr Unterricht ausfallen soll, weil die Lehrer Ölspuren von der Straße entfernen müssen. Kultusminister Steffen Flath muss seinem Kollegen Buttolo dringend die Realitäten im sächsischen Schulsystem erläutern und die Idee stoppen.

Letztendlich ist Buttolos Vorschlag nur ein Ablenkungsmanöver: Die CDU/SPD-Koalition hat es in den vergangenen Jahren verpasst, die Rahmenbedingungen für die Feuerwehren zu verbessern. So wurde beispielsweise der Antrag der FDP-Fraktion abgelehnt, Kindern unter zehn Jahren die Möglichkeit zu geben, in spielerischer Art und Weise in 'Bambini-Feuerwehren' die Aufgaben der Feuerwehr kennenzulernen. Denn in den Schulen perspektivisch Nachwuchs für die Feuerwehren zu gewinnen ist goldrichtig - allerdings müssen wir das bei den Schülern tun, nicht bei den Lehrern."

(Dresden/05.06.2008)
 
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