| Keine Termine |
| "In Sachsen erdacht - in Asien gemacht" kann nicht das Motto sein |
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| Freitag, 12. September 2008 um 01:00 |
Die betriebswirtschaftlichen Schäden deutscher Unternehmen durch Produktpiraterie belaufen sich jährlich auf geschätzte 15 Milliarden Euro. Mit der fortschreitenden Internationalisierung in den vergangenen Jahren sehen sich auch viele sächsische Industrie- und Handwerksunternehmen stärker mit dem Thema Plagiate und Produktpiraterie konfrontiert. Zur heutigen Debatte zum FDP-Antrag "Sächsischen Erfindergeist schützen - Produktpiraterie bekämpfen" erklärt Tino Günther, handwerkspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag: "Als Plagiarius, das heißt Seelenverkäufer, hat der römische Dichter Martial seinen Kollegen Fidentius bezeichnet, nachdem dieser dessen Gedichte abgeschrieben und als die eigenen verbreitet hat. Fidentius ist heute populärer denn je. Plagiate und Produktpiraterie haben leider Einzug in den wirtschaftlichen Alltag vieler sächsischer Unternehmen und Betriebe gehalten. Die Kopierspanne reicht von sächsischen Markenuhren, innovativen Autoteilen, hochwertigen Küchenprodukten und Werkzeugmaschinen bis hin zum kopierten Design vogtländischer Stickerei- und Spitzenunternehmen. Auch erzgebirgische Kunsthandwerker und Spielzeughersteller sind bekanntermaßen besonders von Marken- und Produktpiraterie betroffen. Ein Großteil der Fälschungen geht dabei auf asiatische Firmen zurück. Beim Schutz sächsischen Erfindergeistes muss die Politik unsere einheimischen Betriebe und Unternehmen wirksam unterstützen. Warum hat beispielsweise Wirtschaftsminister Jurk das Thema Produktpiraterie bisher nicht auf seinen Asien-Reisen thematisiert und bei seinen politischen Gesprächspartnern auf einen effektiven Patentschutz für sächsische Unternehmen gedrängt? In anderen Bundesländern hat man zudem gute Erfahrungen damit gemacht, auf internationalen Messen mit einer demonstrativ starken Zoll- beziehungsweise Polizeipräsenz gegen Produktpiraterie vorzugehen. Und nicht zu vergessen: Es sind letztlich immer Menschen, die als Konsumenten Plagiate kaufen oder dies eben nicht tun. Auch hier kann die Politik sensibilisierend Einfluss nehmen. Politische Einflussmöglichkeiten im Kampf gegen Produktpiraterie und somit für Arbeitsplätze bestehen somit durchaus - die Politik muss nur gewillt sein, diese auch zu nutzen." |