PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 24. Juli 2008 um 01:00
 272 niedergelassene Ärzte in Sachsen haben Regressandrohungen wegen Richtgrößenüberschreitung des Budgets in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro erhalten, teilt die Sächsische Landesärztekammer heute mit. Die Kammer befürchtet, dass damit einzelne Ärzte in die Insolvenz getrieben werden könnten.

Dazu erklärt Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:

"Die Regressandrohungen von durchschnittlich 150.000 Euro je betroffenen Arzt sind ein weiterer Beweis dafür, dass unser Gesundheitssystem auf Grund von Überbürokratisierung und Budgetierung schon lange nicht mehr funktioniert. Gerade aber im Umgang mit kranken Menschen zeigt sich das soziale Gewissen einer Gesellschaft.

Es darf nicht sein, dass Bürokraten anstelle von Ärzten über die Notwendigkeit von Verordnungen entscheiden. Ärzte dürfen nicht für ihre gewissenhafte Arbeit am Patienten bestraft werden.

Ausufernde Bürokratie, existenzbedrohende Regressforderungen, vielleicht sogar Praxisinsolvenzen sind besonders auch für junge Ärzte abschreckende Warnzeichen, eine eigene Praxis zu eröffnen. Diese Entwicklung ist ein herber Rückschlag für alle politischen Bemühungen, dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken.

Die Hinweise der Prüfstellen, Patienten doch einfach an andere Ärzte zu überweisen, ist aufgrund des Ärztemangels besonders in ländlichen Regionen einfach nur zynisch. Lange Wege zum Arzt und lange Wartezeiten in der Praxis sind besonders für viele ältere Menschen bereits belastend genug.

Die Staatsregierung muss jetzt dringend auch auf Bundesebene dafür eintreten, dass solchen arzt- und patientenfeindlichen Maßnahmen der Prüfstellen zukünftig vorgebeugt wird."
 
Free Joomla Templates